Marie Hoffmann ist Landwirtin, Jägerin, Pferdefrau und Social-Media-Star. Zwischen Hunden, Schafen, Quarterhorses, Drohne und Drückjagd zeigt die 29-Jährige, dass Tradition und Hightech kein Widerspruch sind. Falk Kern
Auf dem rot geklinkerten Resthof ist erst einmal nichts von Millionen Followern, Instagram und Agrar-Influencing zu sehen. Dafür stürmen die Teckel-Hündinnen „Wilma“ und „Asta“ den Besuchern entgegen. Zwei der drei Quarterhorses blicken interessiert herüber. Die Hauskatze bleibt gelassen. Mit dem Volk sollen sich andere beschäftigen.
Die Gegend irgendwo zwischen Münsterland und Sauerland ist von Landwirtschaft geprägt. Der Hof wirkt wie ein schmuckes, aus der Zeit gefallenes Bauwerk aus einem Heimatfilm. An die schnelllebige Social- Media-Welt denkt hier niemand. Bis Marie aus der Tür kommt. Die 29-Jährige ist Agrarwissenschaftlerin, Doktorandin, Jägerin, Pferdefrau und die wohl erfolgreichste Agrar-Influencerin Deutschlands. Millionen Menschen folgen ihren Videos. Sie spricht über Ackerbau und Tierhaltung, Boden und Technik, Forstwirtschaft und Jagd. Vor allem aber kann sie eines: komplizierte Zusammenhänge so erklären, dass auch jemand zuhört, der mit Landwirtschaft bisher wenig am Hut hatte. „Mir geht es darum, dass auch Laien die aktuellen Herausforderungen und Chancen der Landwirtschaft verstehen“, erklärt sie. Das Talent dafür kommt nicht aus einer klassischen Bauernfamilie. Ihr Vater ist Handwerker, ihre Mutter Lehrerin. Die Verbindung zur Landwirtschaft entdeckte Marie über ihren Großvater. Er nahm sie mit auf Höfe, über Felder und in Stallgassen. „Ich war immer schon gern draußen und habe früh gemerkt, dass dieser Beruf genau mein Ding ist“, verrät die leidenschaftliche Landwirtin.
Aus der Begeisterung wurde …





