Zu wissen, wo das Wild wechselt, ist das A und O. Noch besser ist es aber, selbst zu bestimmen, wo es zieht.
Es ist schon Jahre her, da zog ein Sturm durch unser Mittelgebirgsrevier. Über das, was vom Fichtenbestand auf dem Höhenrücken übrig blieb, fiel der Borkenkäfer her. Also wurde die Fläche neu bepflanzt – ein gefundenes Fressen für Rot- und Rehwild. Bald wurde eine Kanzel aufgestellt. Doch um dorthin zu kommen, mussten vom nächstgelegenen Waldweg aus etwa 150 m überwunden werden. Viele Stücke wurden vertreten, bis ich mich daranmachte, für einen Jagdgast, der einen Hirsch erlegen wollte, mit Freischneider und Rechen einen gedeckten Pirschpfad anzulegen. Als ich nur drei Tage später beim Morgenansitz einen passenden Kandidaten bestätigen wollte, passierte etwas Unerwartetes.
Ein sechsköpfiges Hirschrudel zog von hinten genau den Pirschsteig entlang bis unter den Hochsitz. Von dort kam zuvor aber nie auch nur ein Stück angewechselt. Beim Abbaumen, beim besten Licht, dann die Überraschung …



